Was ist eigentlich eine Geldaufstellung?
Eine Geldaufstellung ist eine systemische Aufstellung, in der es besonders um deine innere Beziehung zu Geld geht, deine familiären Prägungen und Verstrickungen oder zum Beispiel deine Glaubenssätze rund ums Geld.
Geld ist überall und berührt uns alle. Kein Wunder also, dass es viele unterschiedliche, kleinere und größere Herausforderungen für uns bereithält.
Unsere Beziehung zu Geld ist so individuell wie jede andere Beziehung, denn sie ist immer durch unsere ganz persönliche Geschichte geprägt. Diese Geschichte beginnt in der Regel in unserer Familie. Hier kommen wir zum ersten Mal mit Geld in Berührung und nehmen tief in uns auf, wie mit Geld umgegangen wird, ob es viel oder wenig davon gibt, wer das Geld verdient, wie darüber gesprochen wird, ob es ein Grund für Freude ist oder für Streit.
Von all dem und mehr ist unsere Haltung zum Geld geprägt, mit der wir in die Welt gehen. Oft hinterfragen wir das, was wir gelernt und erfahren haben, als Erwachsene erst mal nicht. Unbewusst leben wir die Werte und Regeln, Verhaltensweisen und Tabus aus unserem Familiensystem weiter – selbst wenn es sich für uns heute gar nicht mehr passend anfühlt oder uns immer wieder in Schwierigkeiten bringt.
Das, was uns unbewusst lenkt, kann in einer Aufstellung sichtbar und damit bewusst gemacht werden.
Aufstellungen sind also eine wirksame Methode, um unbewusste Dynamiken und Beziehungsmuster sichtbar zu machen. Sie lassen Bilder im Außen entstehen, die das zeigen, was uns in unserem Inneren bewegt. Beziehungen zwischen Personen oder anderen Aspekten wie zum Beispiel Geld werden sichtbar und erfahrbar, genauso wie unbewusste Loyalitäten oder andere Verstrickungen mit unserem Familiensystem und seiner Geschichte.
Das gibt uns den Raum, besser zu verstehen, bewusst anzunehmen und neue Perspektiven zu gewinnen. Wir bekommen ein Bewusstsein für unsere Beziehung zu Geld, klären, was zwischen uns steht, lösen uns aus familiären Mustern, übernehmen die Verantwortung für unser Geld, werden entspannter im Umgang mit Geld und machen es ihm leichter, in unser Leben zu fließen.
Wir klären unsere Beziehung zu Geld – und können mit dem Geld sogar Kontakt aufnehmen. Ob wir mit Menschen in einer Gruppe arbeiten, den sogenannten Stellvertreter:innen oder mit Figuren und Bodenankern in einer Einzelsitzung, Geld wird in einer Aufstellung von etwas Abstraktem zu etwas Greifbarem, das sich verhält und ausdrücken kann, was es empfindet.
Geld zu begegnen ist eine spannende Erfahrung.
Tatsächlich sind wir oft erstaunlich schüchtern im ersten Kontakt mit Geld und trauen uns kaum, hinzusehen. Sehr zu Unrecht, wie sich schnell herausstellt. In meiner Arbeit hat sich Geld bisher weder als böse noch als unanständig gezeigt. Mal fühlt es sich eher ungenutzt, gelangweilt oder sachlich an. Mal ist es erschöpft. Mal ist es voller Energie und Bewegung. Immer ist es gesprächsbereit und wartet nur darauf, gesehen zu werden. Denn auch, wenn wir uns viel mit Geld beschäftigen, nutzen wir es selten als Hinweisgeber auf einer tieferen Ebene.
Geld ist eine Projektionsfläche für vieles, was wir ungeklärt in uns tragen. Geld kann anzeigen, wenn Ereignisse im Familiensystem bis ins Heute wirken. Geld kann ein Spiegel sein für Themen wie Selbstwert und Selbstliebe. Geld kann uns mit unseren tiefsten Ängsten in Berührung bringen.
Geld hält viel für uns bereit. Es ist eine Energie, die einfach da ist, die reagiert auf unser Denken, Fühlen und Handeln. Geld ist eine, wie ich denke, zutiefst missverstandene Ressource.
Gibt es etwas, worauf es dich vielleicht hinweisen möchte?